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Tansania lächelt (9)

Wir sind ein Walchwiler Verein/Hilfswerk, der den Ärmsten hilft, nämlich Kindern in Tansania. Dabei unterstützen wir 11 Waisen-/Kinderhäuser und Schulen mit über 900 Kindern. Jeweils in der letzten RigiPost-Wochenausgabe pro Monat informieren wir Sie über unsere Aktivitäten in Tansania.

Entwicklungshilfe früher und heute

In meiner Kindheit, und das sind doch 60 Jahre her, gingen meine Geschwister und ich in unserem Dorf Geld sammeln für die «armen Negerlein». Wir taten es den damaligen Hausierern gleich, einfach von Tür zu Tür. Dies mit der Hoffnung, ein paar Batzen zu erhalten. Zur Unterstützung unseres Anliegens hatten wir einen kleinen «Nickneger» bei uns, der sich für jede Münze, die eingeworfen wurde, mit dem Kopf bedankte. Wir taten dies in voller Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Und nie kam bei uns der Gedanke auf, dass dies rassistisch oder unwürdig sei. Wir übergaben die paar gesammelten Franken und Rappen dem ansässigen Pfarrer, der das Geld dann an Missionare weiterleitete. Wir Kinder stellten uns in unserer naiven Art und Weise vor, dass es «diesen armen Negerlein» dank unserer Hilfe etwas besser gehen würde. Es herrschte die Vorstellung, dass dort alle Hunger leiden und dass es nun, dank uns, etwas zu essen gab.

Bevor nun ein Hagel der Entrüstung ausbricht, möchte ich darauf hinweisen, dass ich im obigen Abschnitt Wörter wiedergegeben habe, die damals gang und gäbe waren, die aber heute absolut tabu sind.

Die damalige Entwicklungshilfe wurde meist von den verschiedenen Religionsvertretern vorangetrieben. Sicher waren oft gute Absichten dahinter. Ein Hauptgrund aber war, dass man auch in Afrika versuchte, die Einheimischen zu Christen zu machen. Da waren hauptsächlich die katholische und auch die protestantische Kirche Vorreiter der «Missionierung». Aber mehr und mehr haben sich auch unzählige sektenartige Kirchen der «Missionierung» verschrieben. Es wurden Schulen und Spitäler gebaut. Wahrscheinlich dürfen diese Missionare für sich in Anspruch nehmen, dass Millionen von Menschen in Afrika dank ihnen zu dieser Zeit Lesen und Schreiben gelernt haben. Zusammen mit den vielen Europäischen Auswanderern wurden die Kolonien «entwickelt». Nun, entwickelt ist aus heutiger Sicht gesehen eine sehr einseitige Betrachtung. Meist hatten die einheimischen Menschen am entstehenden Wohlstand praktisch keinen Anteil. Man kann sich heute streiten, ob die damalige Entwicklungshilfe sinnvoll war oder nicht. Aber sicher gab es Missionare und Entwickler, die gute Absichten hatten und somit ist es aus heutiger Sicht zu einfach, diese «Missionierung» gesamtheitlich zu verurteilen.

Die heutige Entwicklungshilfe zeigt ein mehrheitlich differenziertes Bild. Nachhaltigkeit, langfristige Aktionen, Hilfe zur Selbsthilfe, Motivation zu eigenem Handeln, konzeptionell und geplante Aktivitäten, sind Schlagwörter, ohne die man heute keine Entwicklungshilfe mehr leisten kann oder soll. Heute machen unter anderem Länder und Regierungen Entwicklungshilfe, indem sie in Afrikanischen Ländern ganze Eisenbahnlinien oder Autobahnen bauen. Dabei entsteht meist leider wenig Wertschöpfung der Einheimischen. Es bauen zum Beispiel 30‘000 Chinesen in 12 Monaten eine 300 km lange Autobahn. Die dadurch entstandene Schuld der afrikanischen Länder kann nicht in Devisen, sondern nur in Form von Rechten für den Abbau von Bodenschätzen zurückbezahlt werden. Zudem werden Handelsabkommen abgeschlossen, wobei das Aussenhandelsdefizit für viele afrikanische Länder enorm ist. Bei den Missionaren war Entwicklungshilfe mit der Absicht zu Christianisierung verbunden. Heute besteht leider manchmal die Absicht der Spenderländer darin, die einheimischen Bodenschätze für sich zu sichern.

Tansania lächelt ist ein kleines Hilfswerk. Wir glauben, dass positive Veränderungen in den afrikanischen Ländern nur über Bildung passieren kann. Deshalb fokussieren wir uns hauptsächlich auf Ausbildung. Ergänzend aber auch auf Ernährung, Hygiene, Gleichstellung von Buben und Mädchen und auf Notsituationen. Für jede finanzielle Unterstützung verlangen wir eine selbsterbrachte Eigenleistung. Es muss stets ein Konzept vorliegen, das aufzeigt, dass sich bei unserer Unterstützung etwas positiv und nachhaltig verändert. In unserer Organisation arbeiten alle unentgeltlich und kommen auch für die persönlichen Spesen selber auf. 100 Rappen pro Franken von Spenden gehen an die Kinder, das können wir garantieren. Und wir verpflichten uns, nie Schmiergeldzahlungen zu leisten.

Entwicklungshilfe besteht heute nicht mehr darin, den Afrikanern etwas zu geben, wofür sie dankend nicken müssen. Diese besteht vielmehr darin, dass wir sie unterstützen, ihr Leben selber zu gestalten und den Mut zur Veränderung zu haben. Dadurch sollen sie zu einem angemessenen Wohlstand und zu Sicherheit kommen, ohne dabei die eigene Kultur zu verlieren. Tansania lächelt möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Afrikaner ihr Glück bei sich zu Hause selber in die Hand nehmen und nicht damit liebäugeln, wegen ihrer Not nach Europa zu flüchten.

Gerne gebe ich Ihnen, sehr geehrte Leserinnen und Leser, detaillierte Informationen über unser Hilfswerk/unseren Verein. Kontaktieren Sie mich, oder rufen Sie mich einfach an: u.flury@tansania-laechelt.ch oder 079 663 38 04. Auf unserer Website finden Sie vertiefte Informationen über unser Handeln, unsere Philosophie und über unsere Organisation.

Urs Flury, Präsident Tansania lächelt

 

Unser Spendenkonto:
Tansania lächelt, Hinterbergstrasse 16, 6318 Walchwil
Zuger Kantonalbank, 6301 Zug
IBAN: CH27 0078 7785 4503 4508 6

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