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Tansania lächelt (5)

Hilfe zur Selbsthilfe

Wir sind ein Walchwiler-Verein/Hilfswerk, das den Ärmsten hilft, nämlich Kindern in Tansania. Dabei unterstützen wir 11 Waisen- und Kinderhäuser mit über 900 Kindern.

In diesem Blog möchten wir Sie über «Hilfe zur Selbsthilfe» anhand des Waisenhauses «Shalom» in Tansania informieren, wie unsere Projekte entstehen, sich entwickeln oder wie in diesen Projekten gearbeitet wird.

Bereits der dritte Aufenthalt
Wir fahren mit unserem Fahrer aus Arusha hinaus in Richtung Serengeti. Die Hektik und emsigen Aktivitäten, wie auch die vielen Menschen, Farben und Gerüche, lassen wir langsam hinter uns. Es ist bereits der dritte Aufenthalt von Urs Flury in Tansania im Rahmen unseres Hilfsprojekts und auch dieser ist nicht minder geprägt von unzähligen Eindrücken, die uns zuhauf vor den Augen präsentiert werden.

Etwas relaxter können wir uns nun der typisch afrikanischen Gegend widmen. Häuser und Blechhütten prägen immer weniger das Bild. Sie machen der meist weiten und flachen Umgebung mit den vielen Rinder- und Ziegenherden Platz. Zu Tausenden sind diese Tiere unterwegs auf der Suche nach Gras und Wasser, immer begleitet von Massai-Männern oder -Jünglingen. Die Ziegenherden werden auch manchmal von Mädchen begleitet, die eigentlich wie die Jünglinge auch in der Schule sein sollten.

Etwa 20 km ausserhalb von Arusha biegen wir links ab. Zirka 300 Meter von der Strasse weg halten wir vor einem geschlossenen Tor. Hinter der Mauer erblicken wir ein Haus mit einem kleinen Gemüsegarten und einem Hof. Das Tor wird nach dem zweimaligen Hupen geöffnet, so dass wir innerhalb der Mauern parkieren und das Auto verlassen können. Wir sind Gäste im Waisenhaus «Shalom».

Eine freudige Überraschung
Ein lautes, fröhliches und herzliches Geschrei und um uns herumrennende Kinder prägen sofort die Situation. Händeschütteln mit den Kindern macht nicht nur den Kindern Spass, sondern berührt auch uns. Wir sind für diese Kinder eine angenehme und freudige Abwechslung und das fühlen wir auch sofort. Die Kinder haben sofort jegliche Distanz zu uns aufgegeben.

Das übliche Ritual mit Kurzansprachen der Verantwortlichen und der Austausch von Nettigkeiten zeigen die Herzlichkeit und lassen uns Wohlwollen fühlen. Im Haus und im ganzen Areal sowie in den Schlafräumen ist es sehr sauber. Ein paar Hühner auf dem Hinterhof und die lange Wäscheleine mit unzähligen gewaschenen Kinderkleidern geben ein Bild von Ordnung und Struktur. Die Bibliothek gibt nur bei oberflächlichem Hinschauen den Eindruck von gelehrigem Schaffen. Bei näherem Hinschauen erkennt man sofort, dass die unzähligen Bücher komplett veraltet und in keiner Weise hilfreich sind, um daraus etwas lernen zu können.

In der gemeinsamen Diskussion kommen die Wünsche der Verantwortlichen schnell an die Oberfläche. Am liebsten hätten sie Geld für Mieten und vor allem für Esswaren. Dies entspricht aber nicht der Philosophie von Tansania lächelt. Vielmehr unterstützen wir in Nachhaltigkeit wie z.B. Ausbildung, Gleichstellung, Hygiene usw. Kommt hinzu, dass bei einer möglichen finanziellen Unterstützung auch die Mithilfe der Menschen vor Ort erwartet wird. Mit anderen Worten möchten wir nicht einfach Mais als Esswaren spenden, sondern Mais als Saatgut. Wir denken, dass wir die Menschen in Afrika in diesem Sinne unterstützen sollten, dass daraus auch ein Lerneffekt und Eigeninitiative entstehen kann; also Hilfe zur Selbsthilfe.

Hilfe zur Selbsthilfe
Wie bei all den andern Projekten haben wir «Shalom» finanziell unterstützt. Bei einem ersten Besuch im «Shalom» hatten wir angeregt, dass sie das Land ausserhalb der Mauern zu einem Pflanzplätz bearbeiten sollen, um so Gemüse, Salat, Kartoffeln usw. selbst zu produzieren, statt das Land einfach brach liegen zu lassen. Im darauffolgenden Jahr wird uns mit viel Stolz dieser neu gestaltete Pflanzplätz präsentiert. Aus unserer Spende wurde Saatgut gekauft und so entstand Hilfe zur Selbsthilfe, was uns sehr freut. Ergänzend schlugen wir vor, dass sie einen kleinen Teich ausschaufeln, mit Wasser füllen und mit Fischzucht beginnen sollen. Und wiederum ein Jahr später zeigt man uns stolz ihre kleine Fischzucht, die nun sukzessiv vergrössert wird. Die Fische werden auf dem Markt verkauft und so können sie sich selbst Einnahmen generieren. Mit dem wöchentlichen Austausch des Teich-Wassers wird im Weitern der Pflanzplätz bewässert und gedüngt.

Nebst dieser erfreulichen Entwicklung hat man auch ein Zimmer mit einer Nähmaschine und Nähutensilien ausgestattet. Zwei junge Frauen zeigen uns, wie sie Schuluniformen herstellen. Und die Hühner im Hinterhof wurden mit Kaninchen ergänzt, so dass der Speisezettel erweitert werden kann.

Diese Entwicklung ist erfreulich und zeigt auf, was man erreichen kann, wenn man die Menschen motiviert, mitzudenken und zu handeln. Auf unsere Anregung hin wurde zudem das Büro der Verantwortlichen in Arusha aus Kostengründen geschlossen. Dies hatte primär nur einem Zweck gedient, nämlich dem Prestige.

«Shalom» beherbergt ca. 60 meist Waisenkinder, welche in den Nachbargemeinden zur Schule gehen. Im «Shalom» finden auch 19 Kindermütter ein Zuhause. Bei einer Schwangerschaft in Tansania werden die Mädchen von Gesetzes wegen von der öffentlichen Schule ausgeschlossen und oft tun dies leider auch deren Familien gleich. Mit einem Sonderprojekt versuchen wir gegenwärtig, für diese Kindermütter sogenannte Patinnen und Paten zu finden, welche die Schul- und Heim-Kosten übernehmen, damit die Kindermütter trotz der bisher schwierigen Lage dennoch zur Schule (Privatschule) gehen können. Die Betreuer von «Shalom» schauen während des Schulbesuchs der Kindermütter zu den Babys.

«Shalom» ist für uns ein Vorbildprojekt. Entsprechend versuchen wir soweit dies geht, die Erfolge auch auf andere Projekte (Waisenhäuser) zu übertragen.

Übrigens «Shalom» hat nichts mit der lokalen jüdischen Gemeinde zu tun. «Shalom» ist eine hebräische Grussformel, um sich gegenseitig Gesundheit, Sicherheit, Wohlfahrt, Unversehrtheit und Frieden zu wünschen. Also ein wunderbares Wort, das den Waisenkindern Mut geben soll, nicht aufzugeben, auch wenn das Leben sie bisher nicht mit viel Glück bedacht hat.

Dies, sehr geehrte Leserinnen und Leser, ist der fünfte Teil der Informationen über unser Hilfswerk, unseren Verein. Sie finden zudem viele Informationen unter: www.tansania-laechelt.ch oder Sie können uns auch gerne anrufen unter 079 663 38 04 oder u.flury@tansania-laechelt.ch.

Urs Flury/Jürg Portmann

 

Newsletter

Trotz der Einschränkung mit Corona sind wir mit unserem Committee in Arusha in regem Austausch. Wenn Sie den Anhang (PDF) herunterladen, sehen Sie im Newsletter unseren Bericht über die Situation in unseren Heimen und wie wir sie in diesem Jahr unterstützen konnten.

 

Unser Spendenkonto:
Tansania lächelt, Hinterbergstrasse 16, 6318 Walchwil
Zuger Kantonalbank, 6301 Zug
IBAN: CH27 0078 7785 4503 4508 6

 

 

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